Nachlese zum EBMC-Intensivseminar JobbotschafteR Programme

mit Steffi Nimmerfall (Stadtverwaltung München)

Steffi Nimmerfall: “Aus meiner Sicht waren die letzten 1 ½ Jahre mit unserem Corporate Influencer Programm sehr spannend, aber auch arbeitsintensiv. Da ich von der Wirksamkeit des Programms aber zu 100 % überzeugt bin, würde ich den Weg auch immer wieder so einschlagen und auch anderen Behörden und Unternehmen nur empfehlen. Die externe Wirkung lässt sich durch Kennzahlen und positives Feedback belegen. Mindestens genauso wichtig ist allerdings die interne Wirkung. Die Tätigkeit als Corporate Influencer trägt meiner Meinung nach stark zur Mitarbeitenden Bindung bei. Oftmals wird bei der Erfolgsmessung nur nach außen geschaut, in Zeiten von Fachkräftemangel ist es aber neben der Personalgewinnung mindestens genauso wichtig motivierte Mitarbeitende auch weiterhin zu halten.”

Steffi Nimmerfall: “Für ein authentisches Corporate Influencer Programm ist aus meiner Sicht das Vertrauen in die Mitarbeitenden einer der entscheidendsten Faktoren. Daher muss die Kultur des Unternehmens unbedingt hierzu bereit sein. Mit Kontrolle und Themenvorgaben kann keine authentische und nahbare Kommunikation durch die Mitarbeitenden selbst erfolgen.

Vor Start des Programms muss außerdem klar sein, dass hierfür zeitliche Ressourcen erforderlich sind. Zum einen für die Corporate Influencer selbst, sodass diese ihre Beiträge während der Arbeitszeit schreiben können. Hierfür sind etwa 1-2 Stunden in der Woche nötig, wenn regelmäßig Beiträge veröffentlicht werden sollen. Zusätzlich sind für die Organisation, den laufenden Support und die Kommunikation nach innen und außen auch Zeitressourcen für ein Kernteam erforderlich.”

Steffi Nimmerfall: “Zu Beginn war die Kommunikation und das unterschiedliche Vorwissen zu dem Thema Social Media und LinkedIn im speziellen zum Teil herausfordernd. Die Herausforderungen haben sich mit dem Fortschreiten des Programms aber auch etwas geändert. Je länger das Programm läuft, desto mehr Augenmerk müssen wir auf das Thema Motivation legen. Alle unsere Corporate Influencer übernehmen diese Aufgabe on-top zu ihren regulären Jobs. In stressigen Zeiten gerät da das Veröffentlichen von Postings verständlicherweise etwas in den Hintergrund. Nur durch regelmäßige Angebote und Austausch im Team kann so ein Programm auch nach der Anfangsbegeisterung am Leben gehalten werden.”

Steffi Nimmerfall: “Ein Teilnehmender aus unserer Pilotphase hat es mit der Aussage „Wir bringen die Stadt München näher an die Menschen“ aus meiner Sicht gut auf den Punkt gebracht. Durch die Beiträge meiner Kolleg*innen machen wir sichtbar, was wir bei der Stadt München alles machen und vor allem welche tollen Menschen hier mit viel Engagement und Herzblut arbeiten. Wir haben uns vor dem Start des Programms unter anderem die Steigerung der Arbeitgeberbekanntheit und die Imageverbesserung als Ziele vorgenommen. Authentizität ist hier aus meiner Sicht das A&O. Authentischer als die Berichte der eigenen Mitarbeitenden in ihren eigenen Worten und mit ihrer eigenen Persönlichkeit geht es nicht. Das externe Feedback bestärkt uns, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind.

Auch intern hat das Programm eine positive Wirkung. Zum einen steigt die Anzahl der Mitarbeitenden, die auf LinkedIn aktiv sind, stetig an. Zum anderen ist das Interesse an einer Teilnahme immer noch sehr hoch. Auch bei der zweiten Runde hatten wir weitaus mehr Bewerbungen als Plätze im Programm. Es ist immer schön zu sehen, dass es so viele motivierte Kolleg*innen gibt, die auch gerne mal was Neues wagen. Das macht uns alle sehr stolz, was natürlich auch wieder zur Motivation beiträgt. Das Programm macht allen Beteiligten einfach Spaß!”

Steffi Nimmerfall: “Vertraut euren Mitarbeitenden und seid mutig. Manchmal braucht es kein umfangreiches Konzept, bei welchem alle Eventualitäten berücksichtigt werden. Einfach mal machen!”

Steffi Nimmerfall: “Im März 2024 sind wir mit zusätzlichen 30 Kolleg*innen in die zweite Runde gestartet. Mit steigender Personenzahl kommen neue Herausforderungen auf uns zu. Allerdings sehen wir auch, dass die Wirkung so eines Programms logischerweise mit einer zunehmenden Zahl an Multiplikatoren auch steigt.

Nachdem wir mit der ersten Runde sehr zufrieden waren, haben wir nur kleine Anpassungen vorgenommen. Um unsere Qualität z.B. in Bezug auf den Support der Teilnehmenden und die Messung der Wirksamkeit aufrecht erhalten zu können, arbeiten wir hier mittlerweile auch mit einem externen Partner zusammen. Der zeitliche Aufwand für das Kernteam darf nicht unterschätzt werden.

Wann wir den Teilnehmendenkreis erweitern, können wir noch nicht genau sagen, da hier verschiedene Aspekte eine Rolle spielen. Da aber bei uns intern das Interesse an einer Teilnahme immer noch sehr hoch ist, wäre es schade, wenn wir dieses Potential nicht weiter nutzen würden. Ich hoffe, dass wir in Zukunft hier mindestens einmal jährlich den Personenkreis erweitern können.

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